Häufig gestellte Fragen

 

Welche PSA und welches Atemschutzgerät sollte ich bei der Vernebelung tragen?

Welche persönliche Schutzausrüstung (PSA) und welches Atemschutzgerät Sie benötigen, hängt davon ab, wie Sie das Gerät verwenden, an welchem Ort Sie sich befinden und welche Substanz genutzt wird. Angaben zur benötigten PSA und dem empfohlenen Atemschutzgerät finden Sie auf dem Etikett der eingesetzten Chemikalie.

Beispiel:

Bei der vorbeugenden Routinedesinfektion mittels Vernebelung in offenen und gut belüfteten privat oder geschäftlich genutzten Räumen sollten Sie die Anweisungen des genutzten Produkts lesen und mindestens einen Augenschutz und einen Einwegmundschutz tragen.

Sollten Sie hingegen in einer zu medizinischen Zwecken genutzten Umgebung oder bei bekannter Viruskontamination eine Desinfektion mittels Vernebelung durchführen, lesen Sie die Anweisungen des verwendeten Produkts und tragen Sie mindestens vollständige PSA und ein Atemschutzgerät.

Berücksichtigen Sie außerdem auch, wie lange vernebelt werden soll und wie lange Sie mit der chemischen Substanz in Kontakt kommen. Lesen Sie sich immer die Anweisungen auf dem Etikett der genutzten chemischen Substanz durch. 

 

Was bedeutet „Desinfektion“?

Desinfizierende Substanzen töten Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren auf reaktionsträgen Oberflächen ab oder nehmen ihnen ihre gefährlichen Eigenschaften. Einige der am häufigsten eingesetzten Desinfektionsmittel sind bei Bakteriensporen leider unwirksam, doch wasserstoffperoxidhaltige Substanzen unterstützen auch bei der Abtötung von Bakterien im Sporenstadium. Desinfektionsmittel zerstören die Zellwände von Mikroben oder stören ihren Stoffwechsel. „Desinfektion“ bedeutet, dass fast 100 % der Mikroorganismen auf einer Oberfläche abgetötet werden. Die Zahl der dort aufzufindenden Bakterien und anderen Organismen wird um 99,9999 % reduziert (6 Log 10).

 

Wie finde ich heraus, in welcher Konzentration ich eine bestimmte Chemikalie anwenden muss?

Befolgen Sie die Anweisungen für Anmischung und Anwendung von Desinfektionsmitteln, zu finden auf deren Etikett, genau. Auf dem Etikett ist beschrieben, wie Sie die richtige Konzentration erzielen, die sich wiederum auf die Kontaktdauer und die Toxizität gegenüber Mikroorganismen auswirkt. Einige Desinfektionsmittel bestehen aus nur einem chemischen Wirkstoff, während andere eine Kombination aus zwei oder drei Substanzen darstellen, bei denen jede eine entscheidende Rolle im Desinfektionsprozess spielt. Frei erhältliche Mittel aus einer oder mehr chemischen Substanzen sind in ihrer Wirkung einzigartig und verfügen somit über individuelle Misch- und Anwendungsanweisungen. Die für die Desinfektion verantwortliche Person muss sich das Etikett vor der Anwendung vollständig durchlesen und die Anweisungen verstehen und genau befolgen.

 

Was ist eine ULV-(Ultra-low-Volume-)Anwendung?

Wie viel Flüssigkeit angewandt wird, wird durch die Bergriffe „high volume“ (HV, hohes Volumen), „very low volume“ (VLV, sehr geringes Volumen) und „ultra-low volume“ (ULV, besonders geringes Volumen) beschrieben. Die eingesetzte Menge hängt davon ab, wie gut die zu behandelnde Oberfläche mit Tröpfchen abgedeckt werden soll und wie groß die Tröpfchen sind. Bei manchen Desinfektionsmitteln ist die Konzentration sehr hoch und sie lassen sich als Konzentrat (unverdünnt) mit besonders geringem Volumen (ULV) auf die betroffene Oberfläche anwenden. ULV-Tröpfchen sind normalerweise zwischen 8 und 10 Mikrometern groß, diese Maße können jedoch variieren.

 

Was bedeuten „Kontaktdauer“ und „Verdunstung von Tröpfchen“?

Die Kontakt- oder Verweildauer ist die Zeit, die sich ein Desinfektionsmittel auf einer Oberfläche befinden muss, damit die ihm ausgesetzten Mikroorganismen abgetötet werden. Kontaktdauern betragen typischerweise zwischen 30 Sekunden und 15 Minuten. Moderne Desinfektionsmittel trocknen auf Oberflächen innerhalb von weniger als 5 Minuten und sind 60 Sekunden nach dem Auftragen am wirksamsten. Die Verweildauer von Tröpfchen auf Oberflächen muss genauso lang sein wie die erforderliche Kontaktdauer, die auf dem Produktetikett genannt wird. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass die Anzahl von Mikroben bei einer Kontaktdauer von 30 bis 60 Sekunden bereits wesentlich reduziert werden kann. Wie lange ein Tröpfchen auf einer Oberfläche verbleibt, hängt von dessen Größe, der Oberflächenhaftung sowie den in seiner Umgebung herrschenden Bedingungen ab.

 

Warum spielt die Tröpfchengröße eine Rolle?

Durch das ungünstige Verhältnis von Oberfläche zu Volumen eines kleinen Tröpfchens verdunstet es schneller als ein großer Tropfen. Die Verdunstung ist direkt abhängig von den Verdampfungseigenschaften einer Flüssigkeit und kleine Tröpfchen verlieren aufgrund ihrer Größe schnell an Volumen. Ein 100 Mikrometer großes Tröpfchen benötigt etwa 10 Mal so lange für die Verdunstung wie ein 30 Mikrometer großes. Nachdem ein Tröpfchen mit der zu behandelnden Oberfläche in Kontakt kommt, verringert sich mit dem Einsetzen der Verdunstung sein Volumen. Bei nach oben weisenden Oberflächen flachen sich die Tröpfchen ab und die Wärme aufnehmende Oberfläche vergrößert sich, sodass das Tröpfchen schneller verdunstet.

Ziel der Oberflächenbehandlung ist es, Oberflächen so gleichmäßig wie möglich zu bedecken, ohne dass sich größere Tropfen bilden, die abfließen. Sind Oberflächen gleichmäßig mit Tröpfchen bedeckt, die nicht abfließen, verkürzt sich die Verdunstungsdauer. Werden Tröpfchen durch einen Abstand voneinander getrennt, der etwa ihrem Radius entspricht, verdunsten sie aufgrund der Sättigung der sie umgebenden Luft deutlich langsamer.

 

Welche Faktoren beeinflussen die Verdunstungsgeschwindigkeit?

Die Verdunstungsgeschwindigkeit nimmt zu, wenn Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit hoch sind, da dann häufig weiteres Wasser an den Tröpfchen kondensiert. Bei 16 °C kann ein 56 Mikrometer großes Tröpfchen aus einem Kaltvernebler etwa 7 Sekunden in der Luft verbleiben. Ein 150 Mikrometer messendes Tröpfchen aus einer Düse überlebt etwa 1 Minute. Kleine Tröpfchen erfüllen somit unter Umständen nicht die Anforderungen an die Kontaktdauer des Desinfektionsmittels, wenn sie nur einen beschränkten Bereich bedecken und schnell verdunsten.

 

Was ist die Tröpfchenverweildauer?

Desinfektionsmitteltröpfchen bleiben nur deswegen so kurz auf Oberflächen zurück, weil Flüssigkeit von der Tröpfchenoberfläche verdunstet. Sie verteilt sich in der Umgebungsluft, bis das Tröpfchen schließlich ganz verschwunden ist. Wie schnell ein Tröpfchen verdunstet, hängt vom darin enthaltenen Wirkstoff und den oberflächenaktiven Stoffen des Desinfektionsmittels ab. Es ist also schwierig, aufgrund ihrer Größe eine Standardangabe zur Verweildauer von Tröpfchen zu machen. Desinfektionsmittel können in verschiedenen Zusammensetzungen erhältlich sein, von denen jede eine andere Kontaktdauer voraussetzt, da die Tröpfchen der verschiedenen Mischungen unterschiedliche Verweildauern aufweisen.